Doppelpatrozinium

Die Stiftskirche war sowohl der heiligen Jungfrau Maria, als auch St. Ägidius, Schutzpatron der stillenden Mütter, Juristen, des Viehs, einem der 14 Nothelfer, geweiht.

Die Vorgängerkirche aus dem 13.Jh war St. Ägidius geweiht, die letzte Nennung des Patrons erfolgte nach der Weihung des Stiftschors, ( 1383) später handelte es sich um ein reines Marienpatrozinium (erwähnt 1371 im Testament Rupprecht I ), die erste offizielle Nennung als Liebfrauenkirche datiert 5.12.1404


Grundriss

Es handelt sich um eine dreischiffige Basilika mit 2 teiligem Chor.

Auf der Westseite befindet sich eine Doppelturmfassade, es folgt ein 5- jochiges Langhaus mit zwei Seitenschiffen, anschließend ein

2 jochiger Pfarrchor, sowie ein

2 jochiger Stiftschor mit Chorschluss aus 3 Seiten eines Achtecks und 2 quadratischen Seitenkapellen

Gesamtlänge: 62 m

Langhaus bis Westempore : 20,34m

Chor : 28,45 m

Höhe Mittelschiff 15,10m

Höhe Seitenschiff 8,45 m

Westfassade Breite 27m, Höhe 58 m

Nordturm mit achtseitigem Helm

Südturm mit Türmerwohnung und Laterne 1739

 

Südturm

Der Südturm war konzipiert als freistehender Campanile, der Bogenanfang zum Langhaus der Vorgängerkirche wurde im Zuge der Renovierungsarbeiten nachgewiesen.

Das alte Turmgeländer befindet sich in Landau an der Stiftskirche, verschleppt durch die Franzosen.

 

Südfassade

Die Seitenschiffe des Gemeindelanghauses weisen einfache Strebepfeiler mit kleinem Pultdach und Kreuzblume auf.

Der Obergaden wird gegliedert durch einfache Fenster.

 

Chor außen

Am Pfarr– und Stiftschor finden sich 14 Strebepfeiler mit hohen Fialen und figürlichen Wasserspeiern.

Die Chormauern sind mit Blendbögen zusätzlich gegliedert zwischen den Fenstern.

Gesims und Sockel laufen als Band um die Kirche und halten die einzelnen Bauglieder zusammen.

 

Pforten auf der Südseite

Der Eingang der evangelischen Kirche befand sich bereits bauzeitlich mit Vorhalle am Langhausseitenschiff.

Neben dem später hinzugefügten Südeingang zum Stiftschor befindet sich die Bauinschrift, welche  die  Gründung des Stiftschors 1368 belegt.

„Im Jahre des Herrn 1368 um das Osterfest ist der Grundstein zu dem Gebäude dieses Chores gelegt worden und wurde dasselbe begonnen durch den Herrn Ruppert den älteren, Pfalzgraf bei Rhein, Herzog in Bayern“

 

Chorkapellen

Zwei nahezu quadratische Chorkapellen, die südliche der heiligen Dreifaltigkeit gewidmet, die nördliche der heiligen Anna, Mutter von Maria, schließen an den Chorraum an.

Die Chorkapellen sind nach allen 3 Seiten mit einem Fenster versehen, werden von einem Walmdach bedeckt mit diagonalen Strebepfeilern ähnlich denen des südl. Seitenschiffs

Es handelte sich um Privatkapellen, 1383 am 24. Juni geweiht, mit Altären für das Seelgedächtnis der Herrscherfamilie.

Auf jedem Seitenaltar sollten 1x täglich, mindestens jedoch 7x wöchentlich Seelmessen gelesen werden.

3 bunt verglaste Fenster sind  im Chorraum überliefert, von 75 Scheiben sind 36 erhalten in Speyer und Brüssel.

 

Nordfassade

An der Nordfassade befindet sich außen die Sakristei – bauzeitlich, 2-geschossig, je 4-jochig überwölbt in jedem Geschoss.

Das Seitenschiff weist einfache Strebepfeiler mit Pultdächern auf.

 

Nordpforten

Der Zugang zum kath. Stiftschor an der Sakristei vorbei wurde später hinzugefügt.
Die Nordpforte zum evang. Langhaus hatte ursprünglich keine Vorhalle.

 

Nordturm 

Der Nordturm barg u.U. die sehr wertvollen Reliquien im Obergeschoss.
Der Nordturm ist ausgebildet als Heiltumsstuhl zum Pilgern unter den Reliquien hindurch. Der Zugang zum Nordturm erfolgt im ersten Geschoss über eine in der Mauer liegende Treppe und weiter über eine außenliegende Wendeltreppe.

15.März 1379 – 4 Jahre vor Vollendung des Chores, wurden dem Stift folgende Reliquien übergeben:

- von Louis V Frankreich einen Dorn aus der Dornenkrone

- Kaiser Karl IV Dorn

- Ludwig der Große von Ungarn einen Splitter Teil vom Kreuz mit Blutspuren sehr wertvoll eingefasst
 

Vorhalle Paradies

Urspüngliche Planung:

In der ursprünglichen Planung war keine Vorhalle vorgesehen, der Abschluss sollte senkrecht über der Portalwand verlaufen. Die jetzige Westwand mit dem Westwandfenster ist möglicherweise bereits versetzt worden, darauf deutet der Strebebogen im ersten Westjoch hin.

Bereits während der Bauzeit erfolgte eine Umplanung der Westfassade  mit 3 Arkadenbögen zwischen den Türmen, der mittlere etwas größer, als Spiegel des Eingangsportals. Die Halle ist 3- jochig und flächig ausgemalt mit Bildprogrammen der Kirchenväter, Propheten und musizierender Engel aus der Zeit vor 1440. Das Paradies wurde restauriert 2004. 

 

Ausstattung:

Buntverglasungen von Prof. Babberger 1929 

Südseitenschiff :    Bild mit Luther, mit Zacharias Ursinus und David Pareus

Nordseitenschiff:    Bild mit Schwedenkönig Gustav Adolf, Kurfürst Ottheinrich
                            und Johann Casimir

                            Schriftmosaik von Prof. Babberger 1929

 

Altarraum:             Mittelalterliches Chorgestühl, Teilstück für 4 Chorherren

                            Wappentafel von Kurfürst Friedrich V., König von Böhmen,
                            Anfang 17.Jh

                            Gemälde am Triumpfbogen zum Pfarrchor


Trennwand            

Bedeutendes spätexpressionistisches Glasmosaik von Prof. Babberger, Karlsruhe, Ausführung Pfuhl und Wagner - Heinersdorf Berlin-Neukölln

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