Innenrenovierung der Stiftskirche,  prot. Teil  2011-2013

Die Stiftskirche in Neustadt ist die bedeutenste gotische Kirche der Vorderpfalz , in ihrer Funktion als Grablege und Memoria der rheinischen Wittelsbacher ein Denkmal  von nationaler Bedeutung, Wahrzeichen der Stadt Neustadt, ortsbildprägend und natürlich ist sie auch die Gemeindekirche.

Die letzte grundlegende Renovierung fand in den Jahren 1928-1929 statt, so dass nach einer Standzeit von mehr als 80 Jahren die Oberflächen verschwärzt, die Gebäudetechnik veraltet und die Funktionsbereiche ihren Aufgaben nicht mehr gerecht werden konnten.                                                                                                                                Die jetzige umfassende Renovierung beinhaltete einerseits einen Teil Bauforschung, der bei Bauteilöffnungen immer neue Chancen der Erkenntnis bietet, einen großen Teil Instandsetzung und Wiederherstellung der Raumflächen, andererseits aber auch die Neuordnung bzw. Schaffung von Bereichen und die Ertüchtigung der Kirche für die neue Citykirchenarbeit .  Die Innenrenovierung des prot. Teils der Stiftskirche umfasste das Langhaus mit dem Pfarrchor sowie den Südturm in den beiden unteren Geschossen.


Bauprogramm 2011

Nach dem Ausräumen der Kirche und der Entfernung des alten Bodenbelags aus Magnesitestrich und Jura Marmor begann die Renovierung mit umfngreichen archäologischen Untersuchungen zur Lage der überbauten Vorgängerkirche St. Ägydius , mit Kartierung von Außenwänden, Lage des Vorbaus und Ermittlung des Bodenniveaus soweit dies in den wenigen ungestörten Bodenbereichen möglich war. Die Kirche wurde mit 3D Laserscan vermessen, allerdings wurden nur die Grundrisse ausgewertet, nicht die Schnitte.

In der Hoffnung, das Grab des Revormators Zacharias Ursinus zu finden, wurde eine Bodenradaruntersuchung durchgeführt, die Lage des Grabes jedoch nicht gefunden. Möglicherweise befand sich dieses im Bereich des 1928 vergrößerten Heizraums unter dem jetzigen Pfarrchor.

Bei den Grabungen wurden sehr viele Grabplatten gefunden, die unterschiedlich verwendet waren: der größte Teil diente in der Zweitverwendung als Abdeckung der Warmluftbodenschächte aus dem 19. Jh., diese lagen vielfach mit Sichtseite nach unten, in Richtung Nord-Süd. Einige wenige Grabplatten befanden sich noch in situ, diese lagen immer in Richtung Ost-West. Von diesen Platten wurden auf Grund ihrer Bedeutung für die Stiftskirche 4 Stück ausgegraben und ins Paradies verbracht. Es handelt sich um                     2 Grabplatten der Familie Steinhäuser, eine Platte des ersten reformierten Stiftsschaffners Meister und ein schöne Platte mit Harfe, die der Familie Landschad aus Neckarsteinach zugeordnet wird.

 

Bauprogramm  2012

Im Jahr 2012 fand die eigentliche Renovierung statt:                                                                                                                                                 

An den Wänden wurden neue Kalkputze, bzw. im Obergarden eine Kalkschlämme aufgebracht, gefasst mit einer Tünche aus Kalk.
Die Orginalputze an den Deckengeqwölben mussten nur gesäubert, an wenigen Stellen gefestigt und neu gestrichen werden.
Zur Ermittlung der Farbigkeit der Erstfassung wurde mittels Dünnschliff an den Werksteinen nachgewiesen, dass es sich um eine rotfarbige Lasur gehandelt hatte, die dazu diente, den gelben und rotliegenden Sandstein im Erscheinungsbild zu egalisieren. Dieser Ton wurde mit zwei verschiedenen farbigen Rottönen nachgeahmt.

Während des gesamten Jahres fanden an den Decken und am Chorbild sehr umfangreiche restauratorische Freilegungs- und Rekonstruktionsarbeiten an den wieder entdeckten Malereien statt.

Parlell dazu wurde eine neue Gebäudetechnik eingebracht, bestehend aus Fußbodenheizung, neuer Elektroinstallation, neuer Beleuchtungstechnik sowie Einbau von Seminmartechnik. Die gesamte Instalation ist reversibel über Boden- und Dachräume geführt bzw. in Windkanälen auf Putz.

Der Bau- und Förderverein Stiftskirche hat mit einer in der pfälzischen Landeskirche beispiellos erfolgreichen Aktion einzelne Bodenplatten des neuen Basaltbodens verkauft und damit den grüßten Teil der Kosten für den neuen Boden aufgebracht.

Sanitär- und Nebenräume im Turm ergänzen das Bauprogramm.                               Außerdem wurden im Dach am Holztragwerk umfassende Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt und die beiden Seitendächer neu gedeckt.

 

Bauprogramm 2013

Die Vervollständigung der Renovierungsarbeiten erfolgte 2013 mit der Einbringung von neuer Einrichtung in allen Bereichen, dem Eibau von Windfängen sowie der Rekonstruktion der Kanzel in ihrer Orginalfarbigkeit.                                                                                

                                                                                   

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